Navigation

Entwicklung eines doppelschichtigen, leitfähigen, biomimetischen Polymer-Gerüsts für die kardiale Gewebeersatztherapie

Ein Pflaster fürs Herz

Seit Januar 2018 präsentieren wir an dieser Stelle monatlich ein spannendes Thema aus dem Bereich der Werkstoffwissenschaften.

Das „Thema das Monats“ ist einfach und verständlich erklärt und gibt aufschlussreiche Einblicke in die Forschungsaktivitäten unseres Departments.

Das Thema des Monats März kommt aus dem Lehrstuhl für Biomaterialien (WW7) und hat den Titel:

Entwicklung eines doppelschichtigen, leitfähigen, biomimetischen Polymer-Gerüsts für die kardiale Gewebeersatztherapie

von Lena Vogt und Florian Ruther

Worum geht es bei dem Thema?

Das Ziel unseres DFG geförderten Projekts ist es ein zweischichtiges Polymer-Gerüst herzustellen, das Anwendung in der kardialen Gewebeersatztherapie finden soll (siehe Abbildung 1).

 

Abbildung 1: Schematische Entstehung eines Herzpatches

Die untere Schicht besteht aus einem synthetischen Polymer, in das Makroporen eingebracht werden. Die darüber liegende Schicht besteht aus einer dünnen, leitfähigen Polymerfasermatte, die mittels Elektrospinnens erzeugt wird (siehe Abbildung 2).

 

Abbildung 2: Set-Up einer Elektrospinninganlage

Elektrospinnen ist ein Prozess bei dem eine Polymerlösung an einer Elektrode dosiert und durch das elektrische Feld von dieser Elektrode abgezogen und in Richtung einer Kollektorelektrode beschleunigt wird. Dadurch kann unterschiedliches Material in nano- bis mikrometerdicke Fasern gesponnen werden. Die von uns hergestellten Fasermatten sollen nicht nur die topographischen und mechanischen Eigenschaften des menschlichen Myokards imitieren, sondern auch die Reizweiterleitung gewährleisten. Um das zu schaffen, mischen wir in unsere Polymerlösung zum Elektrospinnen eine weitere Komponente in Form eines leitfähigen Polymers.

Wo findet es Anwendung?

Heutzutage gehören kardiovaskuläre Erkrankungen immer noch zu den führenden Todesursachen weltweit. Bei einem Herzinfarkt kommt es durch blockierte Arterien zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff und Nährstoffen, was zur Vernarbung des infarzierten Gewebes führt. Da sich unsere Herzgewebezellen fast nicht selbstständig regenerieren können und es immer noch zu wenige Spenderorgane gibt, wird nach neuen Ansätzen im Bereich der kardialen Gewebetherapie (englisch: Cardiac Tissue Engineering) geforscht. Das Elektrospinnen spielt hierbei eine besondere Rolle, da wir damit die faserartige Struktur der extrazellulären Matrix des menschlichen Myokards relativ einfach nachahmen können.

Was ist weiter geplant?

Aktuell werden nun beide Schichten zusammengebracht. Das finale System wird dann an unsere Kollegen am Universitätsklinikum weitergeben, wo sie es auf die Verträglichkeit und Effekte auf lebende Zellen hin untersuchen werden.

Zu den Personen:

Name: Lena Vogt

Studium: Medizintechnik (FAU)

Position: Wissenschaftliche Angestellte

 

Name: Florian Ruther

Studium: Medizintechnik (FAU)

Position: Wissenschaftlicher Angestellter

Weitere Hinweise zum Webauftritt