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Grüne MSE 2020: Großer Erfolg für Menschen, Wissenschaft und Umwelt

Quelle: DGM

Alle zwei Jahre richtet die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM) die „Materials Science and Engineering“, einen mehrtägigen Kongress mit internationalem Charakter aus. Zuletzt fand die Tagung stets in Darmstadt statt, und auch für 2020 war die Veranstaltung ursprünglich in den Räumlichkeiten der örtlichen Technischen Universität geplant. Bekanntlich machte ein aggressives Virus vielen Großveranstaltungen einen fetten Strich durch die Rechnung. So blieben Vertreter aus Wissenschaft sowie Industrie im Home Office und schalteten sich aus aller Herren Länder online zusammen – was wiederum einen gewichtigen grünen Fußabdruck hinterließ.

Rund 1.000 Teilnehmer machten die „Materials Science and Engineering“ (MSE) auch in 2020 zu einer Erfolgsgeschichte. Vom 22. bis 25. September versammelte sich ein international bunt gemischtes Publikum auf der Tagungs-Plattform der DGM, um Vorträgen zu lauschen, eigene Forschungsergebnisse zu präsentieren, Poster anzuschauen oder durch die virtuelle Ausstellung zu schlendern. Auch wenn der persönliche Kontakt von Angesicht zu Angesicht wegfiel, so bot die MSE über Networking-Sessions und Video-Chats dennoch die Möglichkeit zum persönlichen Austausch – was von allen Beteiligten gern und rege in Anspruch genommen wurde.

Prof. Aldo R. Boccaccini, Leiter des Lehrstuhls für Biomaterialien (WW7), war Teil des Scientific Committee und nahm als Organisator,  Tagungsvorsitzender und Sprecher an der Konferenz teil. „Die MSE 2020 war meine erste komplett digitale Konferenz“, rekapituliert Boccaccini die Veranstaltung, „und ich habe an so vielen Sessions wie möglich teilgenommen, da ich mir unsicher war, ob das Format funktionieren und die Teilnehmer positive Erfahrungen damit machen würden. Tatsächlich war ich positiv überrascht über die Möglichkeiten, die digitale Konferenzen zu bieten haben. Sie wurde von allen Teilnehmern sehr gut aufgenommen. Natürlich kam der persönliche Austausch etwas zu kurz, aber die digitalen Meetings boten in diesem schwierigen Zeiten eine gute Alternative für den wissenschaftlichen Austausch. Die DGM hat eine sehr vielseitige Plattform etabliert, um solche digitale Konferenzen bestmöglich durchzuführen.“

Doch nicht nur als alternatives Konzept für den wissenschaftlichen Austausch war die Konferenz ein voller Erfolg. Der positive Effekt für die Umwelt ist ebenfalls beachtlich.

Im Normalfall hätten 300 Teilnehmer weite Reisen auf sich genommen, um an der Konferenz teilnehmen zu können. Durch weggefallene Flugreisen wurde die Umwelt geschont, und zwar in einem Maß, welches in der Summe ihrer internationalen Einzelteilchen eine beeindruckende Dimension annimmt.

Der vielzitierte „grüne Fußabdruck“ stellt die Menge an CO2-Emission dar, die ein Flugzeug über eine gewisse Distanz pro Passagier ausstößt. Im Fall der MSE wurden für die folgende Berechnung nur die zurückgelegten Kilometer der internationalen Teilnehmer berücksichtigt, zur Vereinheitlichung je vom Hauptstadt-Flughafen des Heimatlandes nach Frankfurt am Main – inklusive Hin- und Rückflug. Die Bandbreite rangierte dabei von kurzen Anreisen aus Luxemburg (400 Kilometer) bis hin zu Interkontinentalflügen von und nach Neuseeland (37.200 Kilometer). Insgesamt wären auf diese Weise etwas über 2.000.000 Reisekilometer zusammengekommen – oder: 50 Erdumrundungen!

Noch beeindruckender ist der konkrete Blick auf die Belastung der Umwelt, welche so ausgesetzt wurde. In Betrachtung der genannten Reisekilometer wäre durch die 300 internationalen MSE-Teilnehmer ein Ausstoß von 354,49 Tonnen CO2 zustande gekommen – das entspricht dem Gewicht von 60 ausgewachsenen afrikanischen Elefanten!

Nach gängiger Definition bindet eine Buche pro Jahr ca. 12,5 Kilogramm an CO2. Dies bedeutet wiederum, dass 80 Bäume gepflanzt werden müssten, um den Ausstoß von einer Tonne CO2 auszugleichen. Mit Bezug auf die MSE hätten entsprechend über 28.300 Setzlinge eingepflanzt werden müssen, um die Belastung der per Flugzeug anreisenden Tagungsteilnehmer zu kompensieren.

Das Jahr 2020 hat viele Einschränkungen mit sich gebracht, hat im wahrsten Sinne des Wortes Opfer gefordert. Gleichzeitig haben Menschen rund um den Globus teils eindrucksvoll bewiesen, dass sie diesen Widrigkeiten trotzen, dass sie alternative Lösungen entwickeln und trotz räumlicher Beschränkungen über den Tellerrand hinausblicken. Genau dieser Blick lässt es zu, den eigenen grünen Fußabdruck aus einem positiven Winkel zu betrachten.

 

 

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